Für Bewegungsfreiheit & selbstbestimmte Entwicklung!

13. Januar 2020 | Vertreter von Afrique-Europe-Interact als Sachverständiger im Deutschen Bundestag

Wie sich das in UN-Friedensmissionen Erreichte nach deren Beendigung besser absichern lässt, wann der richtige Zeitpunkt für den Rückzug ist und wie der Übergang von Konflikten hin zu einer nachhaltigen Entwicklung gelingen kann, das war Gegenstand einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung der Unterausschüsse „Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln“ sowie „Vereinte Nationen, Internationale Organisationen und Globalisierung“ des Auswärtigen Ausschusses am Montag, 13. Januar 2020. Neben Vertreter*innen der Bundesregierung waren auch externe Sachverständige geladen. Hierzu gehörte auch Olaf Bernau, der als Vertreter von Fokus Sahel und Afrique-Europe-Interact über die Frage gesprochen hat, inwieweit die Krise im Sahel nicht militärisch zu lösen ist, sondern langfristige Veränderungen in politischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht erfordert.

01. Dezember 2019 | Dschihadismus im Alltag. Zum Rauchen in den Wald, mit Angst auf‘s Feld

Erschienen in der Zeitung Nr. 10 von Afrique-Europe-Interact (Dezember 2019)

Weltweit sinkt die Anzahl islamistischer Terroranschläge. Nur in wenigen Regionen steigt sie, so auch im Sahel. Dort sind wir als Afrique-Europe-Interact in Gegenden aktiv, in denen Dschihadismus eine immer größere Rolle spielt. Davon tagtäglich betroffen sind unsere Mittstreiter*innen von der kleinbäuerlichen Basisgewerkschaft COPON, mit denen wir im November während einer Delegationsreise gesprochen haben. Wir dokumentieren hier die Eindrücke einiger Aktivist*innen der COPON, die ihre richtigen Namen nicht genannt haben wollen. In ihrer Gegend sind vor allem Einheiten aktiv, die sich der Macina-Befreiungsfront unter Führung von Amadou Kouffa zuordnen. Die Erfahrungen unser Mitstreiter*innen machen deutlich, dass Islamisten nicht nur töten, sondern Schritt für Schritt den Alltag durchdringen, soziales Leben zerstören und bäuerliche Organisierung erschweren.

März 2019 | Wege aus der Gewalt? Dokumentation einer Tagung zu gewaltsamen Konflikten im Sahel

Am 27./28. März 2019 hat in Frankfurt eine Tagung unter dem Titel “Wege aus der Gewalt? Gesellschaftliches Engagement im Kontext politischer Destabilisierung und gewaltsamer Konflikte im Sahel” stattgefunden – fast ausschließlich mit Referent*innen aus den Sahelländern. Die Konferenz wurde von Fokus Sahel organisiert, einem Zusammenschluss von NGOs und zivilgesellschaftlichen Organisationen, an dem auch Afrique-Europe-Interact beteiligt ist. In diesem Sinne findet sich hier der Bericht von der Tagung, den Olaf Bernau verfasst hat, der zum Bremer Koordinationsteam unseres Netzwerks gehört. Den Bericht zu teilen, ist uns vor allem deshalb wichtig, weil dort ausführlich all jene Probleme geschildert werden, mit denen wir in unserer täglichen Arbeit in Mali, Niger und Burkina Faso konfrontiert sind – von der allgemeinen Sicherheitslage bis hin zu korrupten Landvergabepraktiken.

Der Text steht sowohl als doc-Datei als auch als gelayoutete Broschüre (PDF) zur Verfügung. Die Broschüre kann zudem bei Afrique-Europe-Interact bestellt werden: info@afrique-europe-interact.net

Oktober 2013 | Kritische Anmerkungen zu Helmut Dietrichs Aufsatz „Nord-Mali / Azawad im Kontext der Arabellion“

Von NoLager Bremen (aktiv bei Afrique-Europe-Interact). Erschienen in: Sozial.Geschichte Online, 11/2013)

Unter dem Titel Nord-Mali/Azawad im Kontext der Arabellion hat Helmut Dietrich von der Forschungsgesellschaft Flucht und Migration jüngst in der Zeitschrift Sozial.Geschichte Online (Heft 10/2013) einen Text veröffentlicht, in dem er am Beispiel Nord-Malis der Frage nachgeht, inwiefern die an verschiedenen Orten der Sahara zwischen Herbst 2010 und Ende 2011 periodisch aufgeflammten Jugendproteste als Teil jenes „historischen Bruchs“ zu begreifen wären, die als „Arabellion“ oder „Arabischer Frühling“ bekannt geworden sind. Der Artikel berührt eine Vielfalt an Fragen und Themen (so vielfältig, wie jene Region halt ist), wobei drei Thesen im Zentrum stehen: Erstens, dass der im Januar 2012 begonnene Tuareg-Aufstand der MNLA („Mouvement national de libération de l'Azawad“) seinen Ausgang von Protestversammlungen von rebellierenden Jugendlichen in Sahara-Städten wie Timbuktu genommen habe, bei denen vor allem der „ungerechte Umgang mit der Region“ durch die Zentralregierung in Bamako sowie die Vertreibung der Armen kritisiert worden seien (letzteres auch im Zuge einer sich seit Anfang 2010 regional zugespitzt habenden Hungersnot). Zweitens, dass diesen Protesten kein nationalistischer Impuls zugrunde gelegen habe, sondern ein inklusives Verständnis des so genannten „Volkes des Azawad“ – bestehend insbesondere aus Peulhs, Songhais, Tuareg und Arabern. Und drittens, dass es seit Oktober 2011 zu einer „Militarisierung“ dieser Jugendrebellion gekommen wäre, die am 6. April in die vorübergehende Eroberung des gesamten Nordens Malis durch die Tuareg-Rebellen der MNLA eingemündet sei (bevor diese ihrerseits von islamistischen Milizen verdrängt wurden).

Februar 2013 | Krieg in Mali: Wie Frankreich seine Vormachtstellung in Westafrika verteidigt.

Die Stellungnahme von Afrique-Europe-Interact zur französischen Militärintervention in Mali wurde mittlerweile auch von der Rosa-Luxemburg-Stifung als eigene Publikation in leicht veränderter Form veröffentlicht (Februar 2013).

Während in hiesigen Debatten um die Militärintervention in Mali fast ausschließlich aus einer geostrategischen (Metropolen-) Perspektive argumentiert wird, bleiben die politischen Auseinandersetzungen innerhalb Malis beziehungsweise Westafrikas weitgehend unerwähnt. Dabei zielt die von Frankreich am 11. Januar 2013 begonnene Militärintervention nicht zuletzt darauf ab, Partei im innermalischen Konflikt zu ergreifen, um den demokratischen Aufbruch in Mali und eine basisdemokratische Selbstermächtigung in ganz Westafrika zu verhindern.