Für Bewegungsfreiheit & selbstbestimmte Entwicklung!

Zur Orientierung...

Jedes der in der Kategorie “Neokolonialismus – Fokus Westafrika” dokumentierten Themen ist extrem komplex und würde eigentlich eine ganz eigene Rubrik oder gar Webseite erfordern. In diesem Sinne geht es uns an dieser Stelle auch keineswegs darum, die einzelnen Problembereiche und Fragestellungen umfassend zu beleuchten – zumal uns hierfür als ehrenamtlich arbeitendem Netzwerk ohnehin die zeitlichen Ressourcen fehlen würden. Unser Anliegen ist vielmehr, erste Anregungen für die kritische Auseinandersetzung mit dem bis heute extrem stark von Dominanz, Abhängigkeit und Ausbeutung geprägten sozialen und ökonomischen Beziehungen zwischen Afrika und Europa (aber auch zwischen Afrika und der übrigen Welt) zu geben.

Februar 2016 | EPAs: Freihandelsabkommen zwischen Europa und Afrika - Der andere Vertrag

WDR-Radiofeature von Nora Bauer (das Manuskript kann weiter unten als PDF runtergeladen werden.

Der Handel mit afrikanischen Staaten trägt zum Außenhandelsvolumen Europas nur etwa 2% bei. Das soll sich ändern: Die EU möchte Freihandelsabkommen abschließen, die “Economic Partnership Agreements”. Die sind heftig umstritten. Befürworter prognostizieren, dass sich die Handelsvolumina bald verdoppeln können. Doch während manche in Europa schon von den Geschäften mit den enormen Bodenschätzen und der Landwirtschaft träumen, verweigern die Afrikaner ihre Unterschrift. Sie befürchten eine Überschwemmung ihrer Märkte mit europäischen Waren.

November 2015 | Afrika wird abgezockt. Gerechter Handel sieht anders aus (Video/3sat)

Freihandelsabkommen sollen Entwicklungsländern den Zugang zu den Märkten der Industrieländer öffnen. Im Falle Afrikas scheint aber genau das Gegenteil der Fall zu sein.

Der Freihandel, den die EU Afrika aufzwingt und das geplante transatlantische Freihandelsabkommen TTIP haben negative Auswirkungen auf viele afrikanische Staaten. Produkte aus den USA, Europa und China verdrängen heimische Produkte von den Märkten und bringen Kleinindustrie und Landwirtschaft in Gefahr. Das EPA, ein Wirtschafts-Partnerschafts-Abkommen zwischen der EU und der ostafrikanischen Staatengemeinschaft, zwingt die afrikanischen Staaten zu einer radikalen Marktöffnung für EU-Importe. Europäische Konzerne kommen leichter an Rohstoffe, weil Exportsteuern abgebaut werden.

September 2014 | Unfair Trade

Die neuen Wirtschaftsabkommen mit der EU übervorteilen die westafrikanischen Länder von Jacques Berthelot. Veröffentlicht in: Le Monde diplomatique, September 2014

Unlängst hatte die EU Grund zum Feiern: Nach zehn Jahren zähen Ringens hatte sie den Widerstand vieler Länder Afrikas gegen neue Freihandelsverträge überwunden (1). Am 10. Juli unterzeichneten die Staatschefs der Wirtschaftsgemeinschaft der Westafrikanischen Staaten (Ecowas) ein Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) mit der EU (2). Am 22. Juli folgte die Paraphrasierung des Abkommens mit den Ländern des südlichen Afrikas (3) am 25. Juli ratifizierte Kamerun ein eigenes EPA. Einziger Wermutstropfen für die EU: Die Länder Ostafrikas machten nicht mit. Sie weigerten sich, auf die bislang unentbehrlichen Einfuhrzölle zu verzichten, ohne eine echte Gegenleistungen zu erhalten. Mit gutem Grund, denn die jetzt abgeschlossenen EPA sehen vor, dass die afrikanische Seite die Zölle auf drei Viertel der EU-Exportprodukte abschafft, während die Europäer lediglich zusagen, dass die Importe aus Westafrika unverändert abgabenfrei bleiben. Eine Mogelpackung, die gegenüber der alten Regelung eine Verschlechterung bedeutet. Wie konnte es zu diesem Desaster kommen?

September 2010 | Stop Epa-Kampagne-Newsletter (als pdf)

Mit der 14. Ausgabe dieses Newsletters möchten wir Sie über aktuelle Entwicklungen in den einzelnen Regionen und über die Aktionen der Stop-EPA Kampagne informieren.

Winter 2008 | Entwicklungshilfe für kapitalistische Aneignung

Die zwei Geschichten der Economic Partnership Agreements

Die Welthandelsorganisation (WTO) steckt fest. Rivalitäten zwischen den USA und der Europäischen Union, Interessen der wirtschaftlich aufstrebenden Staaten wie Indien oder Brasilien, aber auch Koalitionen von ärmeren Entwicklungsländern blockieren sie. Parallel dazu geriet die WTO durch Proteste, angefangen in Seattle, in eine öffentliche Legitimationskrise. Doch ist damit das Projekt der weltweiten Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung ebenfalls ins Stocken geraten? Mitnichten.

Februar 2008 | EU beharrt auf Freihandel

Interimsverträge verhindern endgültiges Scheitern der Wirtschaftsabkommen

Von Haidy Damm/Medienkombinat Berlin. Veröffentlicht in: Neues Deutschland, 05.02.2008

Lange Zeit sah es aus, als würden die AKP-Staaten ihr klares “Nein” zu den Wirtschaftsabkommen (EPA) mit der EU durchhalten. Zum Jahresende wurde der Druck jedoch für einige Länder zu groß. Zwar haben nur die Karibischen Staaten ein komplettes EPA-Abkommen unterzeichnet, aber Länder wie Ghana und die Côte d'Ivoire sowie zahlreiche süd- und ostafrikanische Länder setzten ihre Unterschrift unter sogenannte Interimsabkommen.

Januar 2008 | Afrika sagt Nein

Von Ignacio Ramonet. Veröffentlicht in: Le Monde diplomatique, Januar 2008

So ist nun doch, zur Entrüstung des arroganten Europa, das Unvorstellbare eingetreten: In einer Aufwallung von Stolz und Empörung hat Afrika, von dem manche Unterwürfigkeit aus schierer Armut erwartet hatten, einfach Nein gesagt. Nein zur Zwangsjacke der regionalen Economic Partnership Agreements (EPA). Nein zur ungezähmten Liberalisierung des Handels mit Waren und Dienstleistungen. Nein zu diesen letzten Instrumenten kolonialer Knebelung.

Februar 2007 | Stop EPAs - ein großes WSF-Thema

Die EU will mit neuen Abkommen ihre Stellung auszubauen

Von Annette Groth und Günter Rath. Veröffentlicht in: ak – analyse & kritik, Februar 2007

Auf dem deutschen attac-Seminar zu den EPAs forderte Maltide Mwamini, resolute Direktorin eines kirchlichen Ausbildungszentrums für Frauen in Bukavu, der kongolesischen Grenzstadt zu Ruanda, eine kontinental angelegte Aufklärungskampagne über die EPAs. Ginge es nach Maltide, müssten die afrikanischen NGOs und Kirchen, aber auch die Regierungen, verstärkt über die negativen Auswirkungen der EPAs aufklären und zum breiten Widerstand aufrufen. Denn wie alle Studien zeigen, werden die EPAs große negative Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft der AKP-Staaten haben.