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Zur Orientierung...

Jedes der in der Kategorie “Neokolonialismus – Fokus Westafrika” dokumentierten Themen ist extrem komplex und würde eigentlich eine ganz eigene Rubrik oder gar Webseite erfordern. In diesem Sinne geht es uns an dieser Stelle auch keineswegs darum, die einzelnen Problembereiche und Fragestellungen umfassend zu beleuchten – zumal uns hierfür als ehrenamtlich arbeitendem Netzwerk ohnehin die zeitlichen Ressourcen fehlen würden. Unser Anliegen ist vielmehr, erste Anregungen für die kritische Auseinandersetzung mit dem bis heute extrem stark von Dominanz, Abhängigkeit und Ausbeutung geprägten sozialen und ökonomischen Beziehungen zwischen Afrika und Europa (aber auch zwischen Afrika und der übrigen Welt) zu geben.

Dezember 2014 | 8 Beispiele, wie sich der Klimawandel schon jetzt auf Afrika auswirkt

Von Bhavna Deonrarain

Schon jetzt bekommen Menschen in ganz Afrika die Folgen des Klimawandels zu spüren. Forschungsergebnisse zeigen, dass sich die veränderten Temperaturen auf die Gesundheit, Existenzgrundlage, Nahrungsmittelerzeugung, Wasserverfügbarkeit und allgemeine Sicherheit der afrikanischen Bevölkerung ausgewirkt haben. Laut dem Climate Change Vulnerability Index for 2015 (Verwundbarkeitsindex zum Klimawandel) befinden sich sieben der zehn durch den Klimawandel meistgefährdeten Staaten in Afrika. In großen Bereichen der Sahelzone und im Süden Afrikas sind die Niederschlagsmengen zurückgegangen, während sie in Teilen Zentralafrikas gestiegen sind. In den letzten 25 Jahren hat sich die Anzahl wetterbedingter Katastrophen, wie Überschwemmungen und Dürren, verdoppelt. In der Folge ist Afrika die Region mit der höchsten durch Dürren verursachten Sterblichkeitsrate.

Afrika im Klimawandel (pdf)

Barbara Unmüßig und Stefan Cramer

Wissenschaftler des UN-Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC)
sind sich einig: Kein Kontinent wird so stark vom Klimawandel betroffen sein wie Afrika
– und sie fügen hinzu, „dass der Kontinent besonders verletzlich […] sein wird, weil die
weit verbreitete Armut die Kapazitäten, sich an den Klimawandel anzupassen, erheblich
einschränkt“ (Hulme et al. 2001).

Sawadogos Leidenschaft für Bäume

Mit alten landwirtschaftlichen Methoden wird die Sahelzone fruchtbarer

VON MARK HERTSGAARD

Sonnenuntergang auf dem Zentralplateau von Burkina Faso. Es war wieder ein brütend heißer Tag. Aber hier, auf dem Anwesen von Yacouba Sawadogo, ist die Luft merklich kühler. Mit einer Hacke über der Schulter marschiert der graubärtige Bauer leichtfüßig wie ein junger Mann über seine Felder. “Klimawandel ist ein Thema, bei dem ich ganz gut mitreden kann”, sagt Sawadogo in seiner Stammessprache Mòoré, die sich für uns wie ein tiefes, gemächliches Rumpeln anhört. Yacouba Sawadogo kann weder lesen noch schreiben, aber er ist ein Pionier der neuen Anbaumethode, die der westlichen Sahelzone seit einigen Jahren einen tiefgreifenden Wandel gebracht hat. Diese neue Methode setzt auf die Integration von Bäumen in die landwirtschaftliche Nutzung und ist eines der hoffnungsvollsten Beispiele dafür, wie selbst arme Leute den verheerenden Wirkungen des Klimawandels begegnen können.