November 2025 | Das Rasthaus im Jahr 2025

Politische und praktische Solidarität auf den Flucht- und Migrationsrouten gehört zu den wichtigsten Aktivitäten von Afrique-Europe-Interact. Entsprechend informieren wir – wann immer das möglich ist – sogenannte Kandidat:innen der Migration vor ihrer Reise, worauf sie achten müssen. Wir verzichten allerdings ausdrücklich darauf zu- oder abzuraten. Zudem unterstützen wir an neuralgischen Durchgangspunkten. Und wir begleiten Migrant:innen auch, wenn sie in Europa angekommen sind. Neben dem Alarme Phone Sahara, das schwerpunktmäßig in Niger aktiv ist (www.alarmephonesahara.info), sind unsere diesbezüglich wichtigsten Projekte das Rasthaus Baobab in Rabat (Marokko) und eine Schutzwohnung in Tunis (Tunesien) – beides für Frauen und ihre Kinder.

November 2025 | «...und das Sterben nimmt kein Ende»

In dem Gespräch berichtet Emmanuel Mbolela [zur Person: siehe unten] über die Jubiläumskonferenz der ARCOM, über die Kämpfe der ARCOM um Bewegungsfreiheit 2005-2025 und über das Rasthaus Baobab in Rabat. Das Gespräch hat im Oktober 2025 in Rabat stattgefunden.

Wie schätzt du die aktuelle europäische Migrationspolitik ein? Wohin hat sie sich in den letzten beiden Jahrzehnten entwickelt?
Der Anlass zur Gründung der ARCOM waren die Ereignisse von Ceuta und Melilla im Jahr 2005. Damals starben etliche Menschen beim Versuch, die Grenzzäune der beiden spanischen Enklaven zu überwinden und Europa zu erreichen. Seit dieser Zeit beobachte ich die Entwicklung der europäischen Migrationspolitik genau – und leider muss ich feststellen, dass sich seither nichts grundlegend verändert hat: Die Mauern und Zäune werden immer höher gezogen und das Sterben im Mittelmeer und in der Wüste nimmt kein Ende.

August 2015 | Rasthaus-ABC: Zur Organisation und Verwaltung des Rasthauses in Rabat [Stand: 2015]

Anfang Februar 2015 hat Afrique-Europe-Interact eine erste Rasthaus-Wohnung in Rabat angemietet – der Hauptstadt Marokkos im Westen des Landes. Die Wohnung befindet sich in einem dreistöckigen Mietshaus. Es gibt keinerlei Hinweisschilder auf Afrique-Europe-Interact oder das Rasthaus, der Besitzer wohnt ebenfalls nicht vor Ort. Beides ist aus Sicherheitsgründen unabdingbar, denn immer wieder führt die Polizei Razzien bei Flüchtlingen und Migrant_innen ohne offiziellen Aufenthaltstitel durch, zudem nutzen Wohnungsbesitzer_innen deren prekäre Situation häufig dazu aus, um auf die eine oder andere Weise erpresserischen Druck auszuüben.

Vor den Toren der Festung Europa

Zu den politischen Hintergründen des Rasthaus-Projektes

Seit Jahren lässt die EU nichts unversucht, ihre Außengrenzen gegen Flüchtlinge und Migrant_innen immer stärker abzuschotten. Hierdurch ist das Mittelmeer mittlerweile zu einem riesigen Friedhof geworden – und dies einzig deshalb, weil Flüchtlingen und MigrantInnen systematisch die Möglichkeit verwehrt wird, auf den täglich über das Mittelmeer pendelnden Fähren sicher und kostengünstig nach Europa zu gelangen. Doch selbst auf dem afrikanischen Kontinent sind die Auswirkungen der europäischen Abschottungspolitik auf dramatische Weise spürbar. So werden Flüchtlinge und Migrant_innen in der Sahara im Auftrag der EU abgefangen, in Internierungslager gesperrt und Richtung Süden abgeschoben – teils über den Landweg nach Mauretanien, Mali oder Niger, teils per Charterflug nach Nigeria oder in andere aufnahmebereite Länder Westafrikas.

Infobroschüre zum Rasthaus zum PDF-Download (2015)

Die hier zum Runterladen verfügbare Broschüre zum Rasthaus-Projekt (DIN A5, 20 Seiten) ist mittlerweile veraltet, vermittelt aber dennoch einen guten Eindruck von den Hintergründen des Projekts. Sie sie leider nicht mehr erhältlich.