November 2025 | Das Rasthaus im Jahr 2025
Politische und praktische Solidarität auf den Flucht- und Migrationsrouten gehört zu den wichtigsten Aktivitäten von Afrique-Europe-Interact. Entsprechend informieren wir – wann immer das möglich ist – sogenannte Kandidat:innen der Migration vor ihrer Reise, worauf sie achten müssen. Wir verzichten allerdings ausdrücklich darauf zu- oder abzuraten. Zudem unterstützen wir an neuralgischen Durchgangspunkten. Und wir begleiten Migrant:innen auch, wenn sie in Europa angekommen sind. Neben dem Alarme Phone Sahara, das schwerpunktmäßig in Niger aktiv ist (www.alarmephonesahara.info), sind unsere diesbezüglich wichtigsten Projekte das Rasthaus Baobab in Rabat (Marokko) und eine Schutzwohnung in Tunis (Tunesien) – beides für Frauen und ihre Kinder.
Rasthaus Baobab für Frauen und ihre Kinder in Rabat (Marokko): Das 2015 gegründete Rasthaus Baobab bietet Platz für 30 Migrantinnen und ihre Kinder. Sie können bis zu drei Monate bleiben (bei Geburt, Krankheit und ähnlichen Fällen auch länger) – um durchzuatmen, um Kräfte zu sammeln, um sich neu zu orientieren oder um einfach einen geschützten Ort zu haben. Das Rasthaus bietet den Frauen und Kindern zudem Alphabetisierungskurse, Sprachtrainings, Nachhilfeunterricht und berufliche Fortbildung an. Träger des Rasthauses – das auch politisch interveniert – sind unser Netzwerk und die Migrant:innen-Organisation ARCOM.
Schutzwohnung in Tunis (Tunesien): Seit 2023 unterhalten wir auch eine kleine Schutzwohnung für 5 bis 7 Menschen in Tunis – orientiert an den Erfahrungen in Rabat. In der Regel kommen hier Frauen und ihre Kinder unter, manchmal auch erwachsene männliche Angehörige. Aus politischen Gründen handhaben wir diese Schutzwohnung diskret, aber die Verantwortlichen in Tunis bemühen sich darum, die Bewohner:innen in einem gewissen Ausmaß finanziell und logistisch bei Alltagsdingen zu unterstützen. Diese Solidarität ist eingebettet in ihre allgemeinen politischen Aktivitäten.



