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Erneute Festnahme und willkürliche Inhaftierung des Bloggers „Affectio“

Am 24. April 2026 wurde der Blogger und Aktivist Sokpor Kossi Sitsopé Honoré, bekannt unter dem Pseudonym „Affectio“, in Lomé erneut festgenommen. Die Festnahme erfolgte nur vier Monate nach seiner vorläufigen Freilassung unter richterlicher Aufsicht. Die Festnahme erfolgte, nachdem er Bauarbeiten an einer öffentlichen Entwässerungsanlage in seinem Wohnviertel fotografiert hatte. Nach eigenen Angaben wollte Affectio die Qualität der Arbeiten würdigen und die Behörden dazu auffordern, vergleichbare Maßnahmen auch in anderen, regelmäßig von Überschwemmungen betroffenen Stadtteilen umzusetzen. Vor seinem Haus forderten ihn unbekannte Personen auf, die Aufnahmen zu löschen. Obwohl er dem nachkommen wollte, wurde er körperlich angegriffen und an einen zunächst unbekannten Ort verschleppt.

Freunde schlugen Alarm und konnten ihn schließlich in den Räumen des Zentralen Dienstes für Ermittlungen und Kriminaluntersuchungen (SCRIC) ausfindig machen, wo er seit dem 30. April festgehalten wird. Der Nationale Koordinierungsrahmen für den Wandel in Togo (CNCC), ein Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Organisationen und Oppositionsparteien, verurteilte die erneute Festnahme scharf. In einer Erklärung verurteilte das Bündnis die aus seiner Sicht „Praktiken aus einer anderen Zeit”, darunter körperliche Gewalt, rechtswidrige Inhaftierung und Misshandlungen. Nach Angaben des CNCC wurde Affectio bei der Festnahme verletzt und während der ersten Stunden seiner Vernehmung trotz seines angeschlagenen Gesundheitszustands weder mit Nahrung noch mit Wasser versorgt. Nach Angaben des CNCC dauerte seine Inhaftierung zu diesem Zeitpunkt bereits neun Tage, weit über die gesetzlich zulässigen maximal 96 Stunden hinaus.

Das CNCC fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung Affectios, eine unabhängige Untersuchung der Gewaltanwendung und, dass die Verantwortlichen für die Übergriffe zur Verantwortung gezogen werden. Das CNCC fordert die Behörden zudem auf, die systematische Schikanierung des Bloggers zu beenden, der bereits zuvor fast ein Jahr lang wegen seines Gedichts Fais ta part („Leiste deinen Beitrag“) inhaftiert gewesen war.