Für Bewegungsfreiheit & selbstbestimmte Entwicklung!

Aktuelle Informationen zu Mali

Die Webseite Mali-Informationen (deutsch + französisch) informiert kontinuierlich und ausführlich über politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklungen in Mali – einschließlich zahlreicher Übersetzungen aus malischen Medien.

Wahlmüdigkeit in Mali

Deutsche Welle – 16.12.2013. Von Hilke Fischer

Am Sonntag (15.12.2013) hat in Mali die zweite Runde der Parlamentswahlen stattgefunden. Die Sicherheitslage im Land bleibt angespannt, Politikverdrossenheit macht sich breit – und die Wahlbeteiligung sinkt. Malis Bürger haben gewählt – zum vierten Mal in diesem Jahr: Ende Juli fanden die ersten Präsidentschaftswahlen nach dem Militärputsch vor anderthalb Jahren statt. In einer Stichwahl wurde zwei Wochen später Ibrahim Boubacar Keïta zum neuen Staatsoberhaupt gewählt. Ende November gingen die Parlamentswahlen in die erste Runde, bei der jedoch keine Partei und kein Parteienbündnis die absolute Mehrheit erzielte – nur 20 Sitze wurden vergeben.

Für Afrika reicht`s. Die Wahlen in Mali haben den Wunsch nach Demokratie verhöhnt

Ein Schlagloch von Charlotte Wiedemann. taz, 18.12.2013

Was würden wir empfinden, wenn das bei uns wäre? Wenn bei uns eine Wahl folgendermaßen aussähe: Keine Partei hat ein Programm oder überhaupt erkennbare politische Absichten. Durch wochenlange Hinterzimmer-Verhandlungen entstehen unter diesen Parteien völlig willkürlich wirkende Allianzen, die in jedem Wahlkreis anders aussehen und einzig dem Prinzip der Postengier folgen. Wer am meisten Geld auf den Tisch legt, bekommt einen Listenplatz. Stellen wir uns also vor, das wäre bei uns, in einem europäischen Land, und dann käme ein Herr namens Louis Michel, Leiter einer offiziellen EU-Beobachtermission, und würde uns ermahnen, diesen Politschrott zu wählen sei eine „moralische Pflicht“.Lachhaft, nicht vorstellbar? Gewiss. So etwas gibt es nur in Afrika. Denn dort haben die Menschen, wie jeder weiß, nicht unsere Ansprüche.

Der Nord-Süd-Mythos. Mali lässt sich mit eurozentrisch inspirierter Erdkunde nicht verstehen

Von Charlotte Wiedemann, Inamo, September 2013

Es ist erstaunlich, wie selten ausländische Beobachter Mali aus Sicht der Mehrheit
seiner Bevölkerung betrachten. Ich sage hier bewusst nicht: aus Sicht des Südens. Denn
die allfällige Aufteilung Malis in Nord und Süd ist bereits die Mutter vieler falscher
Mythen: Als seien dies zwei Landesteile, die sich in ethnischer Komposition, sozialen
Interessen und kulturellem Lifestyle so bemerkenswert unterscheiden, dass daran
entlang ein Narrativ der malischen Gegenwart gestrickt werden könnte. Ist dieser
fiktive Gegensatz erst einmal hergestellt, betritt der europäische Analyst das Land am
liebsten durch den Norden des Nordens, sprich: durch ein Tuareg-Zelt, als fänden sich
nur hier – bei einer Minderheit, die im nationalen Maßstab zwei Prozent ausmacht –
plausible politische Positionen.

Zeitenwende und Fruchtfliegen: Beobachtungen zur Präsidentschaftswahl in Mali

Von Charlotte Wiedemann, Wochenzeitung, Zürich August 2013

Lässt sich Würde erringen unter unwürdigen Umständen? Von dieser Frage handelt
die Präsidentschaftswahl in Mali. Sie war überhastet, dem Land von seinen
Geldgebern aufgezwungen – und doch beteiligten sich daran mehr Menschen als je
zuvor bei einer malischen Wahl. In der ersten Runde waren 51 Prozent, in der
zweiten 46 Prozent.

Ein harter Machtkampf steht bevor

Am 4.September tritt der neue Präsident Malis sein Amt an, doch weiterhin streiten verschiedene Lager um die Macht.Von Bernhard Schmid (jungle-world, 29. August 2013)

Der auf Ibrahim Boubacar Keïta, genannt IBK, lastende Druck ist groß. Neben der Ernennung eines Ministerpräsidenten muss der malische Präsident über den Termin für die Parlamentswahlen entscheiden. Diese wichtigen Entscheidungen bestimmen die künftige politische Ausrichtung in Mali. Nach dem Präsidenten müssen nun auch die Nationalversammlung und die Lokalparlamente neu gewählt werden. Aber es stellt sich die Frage, wann diese Wahlen stattfinden sollen und wer sie organisiert und überwacht.

Reportage aus Bamako

Von Bernard Schmid, August 2013

Dass es so reibungslos laufen wird, hatten viele nicht vermutet. Anderthalb Jahre nach der Implosion des westafrikanischen Staates Mali, dessen Nordhälfte ab Anfang 2012 durch Jihadisten besetzt wurde, und ein halbes Jahr nach der französischen Intervention ist die Präsidentschaftswahl in Mali gelaufen. Und zwar erstaunlich gut und mit hoher Stimmbeteiligung. Am Donnerstag früh erklärte das Verfassungsgericht Malis den 68jährigen Ibrahim Boubacar Keïta – allgemein unter dem Kürzel „IBK“ bekannt – zum Sieger. Er setzte sich in der Stichwahl mit 77,61 % der abgegebenen Stimmen klar gegen seinen Herausforderer, den 63jährigen Soumaïlia Cissé (22,39 %) durch. Im ersten Wahlgang am 28. Juli waren fünfundzwanzig weitere KandidatInnen, unter ihnen eine Frau, ausgeschieden.

Aminata Traoré, Mali: Drei Video-Interviews zur Krise in Mali

April/August 2013

Aminata Traoré ist Essayistin und Menschenrechtsaktivistin. Die ehemalige Kultur- und Tourismusministerin von Mali ist aktiv im FORAM (Forum für ein anderes Mali), welches auf dem afrikanischen Sozialforum in Bamako entstanden ist. Sie ist außerdem die Leiterin des Centre Amadou Hampâté Ba, eines Begegnungs- und Forschungszentrum für lokale Initiativen in Mali.

Aminata Traoré: "Das Scheitern und der Affront - Mali ist den Maliern zurückzugeben“

03.05.2013

An dieser Stelle veröffentlichen wir die Stellungnahme von Aminata Traoré angesichts der Situation in Mali. Für ihre (globalisierungs-)kritischen Ansichten wurde Frau Aminata Dramane Traoré im April vo Frankreich de facto zur Persona Non Grata erklärt, als ihr auf Druck Frankreichs das Shengen-Visum verweigert wurde. Auch zu dieser “Affaire” nimmt Frau Traoré in diesem Text Stellung.

„Jede imperialistische Gesellschaft sieht im Anderen die Verneinung des Ideals, das zu erreichen sie selbst sich bemüht. Sie versucht, ihn sich untertan zu machen, indem sie ihn in den Anwendungsbereich ihres Ideals hineinlockt und dort auf dem niedrigsten Rang platziert.“ Wolfgang Sachs1

"Für Frankreich steht die Vorherrschaft auf dem Spiel"

Kaum ein Land ist an Rohstoffen so reich wie Mali. Wachsender Einfluß von China und Indien

Gespräch mit Many Camara und Aminata Traoré (1). Aus: junge Welt, Samstag, 20. April 2013

Nach Südafrika und Ghana ist Mali einer der größten Goldexporteure Afrikas. Im Konfliktgebiet im Norden, wo Frankreich mit Hilfe der Bundeswehr gegen Rebellen kämpft, liegen riesige Vorkommen an Gas, Öl, Kupfer und Uran. Sind wir Zeugen eines neuen Krieges um Rohstoffe?

Camara: Eindeutig, diese Region ist reich an Bodenschätzen, auch das Trinkwasser in tiefen Erdschichten ist wichtig. Mali ist von hoher geopolitischer Bedeutung: Wer dieses Land militärisch unter sich hat, kontrolliert auch das Mittelmeer, Ost- und Westafrika und die Golfstaaten.

Der Westen misst mit zweierlei Maß

Aminata Traoré über die Intervention Frankreichs in Mali und "gute" und "schlechte" Gotteskrieger

Interview mit Aminata Traoré (1). Aus: neues deutschland, Montag, 22. April 2013

Frau Traoré, Sie haben es von Mali nach Deutschland geschafft, Oumar Mariko, dem Generalsekretär der linksorientierten Partei Sadi wurde selbst ein Besuchsvisum verweigert. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Nein, ich war davon völlig überrascht. Ich habe das erst mitgekriegt als ich selbst meinen Pass zurückbekommen habe, mit eingeschränktem Besuchsvisum nur für Deutschland, nicht für den Schengen-Raum. Eine Erklärung dafür gab es so wenig wie für Marikos generelle Ablehnung. Ich denke, dass es darum geht, kritische Stimmen zur Mali-Intervention unter dem Deckel zu halten.

Kritische Anmerkungen zu Helmut Dietrichs Aufsatz „Nord-Mali / Azawad im Kontext der Arabellion“

Von NoLager Bremen (aktiv bei Afrique-Europe-Interact)

Unter dem Titel „Nord-Mali / Azawad im Kontext der Arabellion“ hat Helmut Dietrich von der Forschungsgesellschaft Flucht und Migration jüngst in der Zeitschrift Sozial.Geschichte Online (Heft 10/2013) einen Text veröffentlicht, in dem er am Beispiel Nord-Malis der Frage nachgeht, inwiefern die an verschiedenen Orten der Sahara zwischen Herbst 2010 und Ende 2011 periodisch aufgeflammten Jugendproteste als Teil jenes „historischen Bruchs“ zu begreifen wären, die als „Arabellion“ oder „Arabischer Frühling“ bekannt geworden sind. Der Artikel berührt eine Vielfalt an Fragen und Themen (so vielfältig, wie jene Region halt ist), wobei drei Thesen im Zentrum stehen:

Nord-Mali / Azawad im Kontext der Arabellion

Von Helmut Dietrich, aus: Heft 10 (April 2013) der Zeitschrift Sozial.Geschichte Online

Am 23. Dezember 2011 schrieb Ahmeyede Ag Ilkamassene auf der Tuareg-Internetplattform Toumast Press eine engagierte Analyse unter dem Titel ‚Azawad: jetzt oder nie!‘. Darin heißt es: „Die Finanzkrisen in vielen Staaten, in der USA, in Griechenland, Italien, Portugal und Spanien, zeigen beispielhaft die Schwächung dieser Mächte. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit erfolgen die Revolutionen gleichzeitig in allen Ecken der Erde. Als sich Mohamed Bouazizi [am 17. Dezember 2010] in Tunesien verbrannte, hatte er nicht geahnt, dass er einer derart globalen Bewegung zur Geburt verhelfen würde.

Eine diktierte Wahl Mali nach dem Krieg

Es droht die Restaurierung der alten Fassaden-Demokratie

Von Charlotte Wiedemann, in: Wochenzeitung, Zürich April 2013

Wohin treibt Mali? Präziser gefragt: Wohin wird ein Land getrieben, das auf der Weltkarte des Antiterrorismus neuerdings „vor Europas Haustür“ liegt? Den Krieg auf ihrem Territorium haben die meisten Malier und Malierinnen in der Rolle von Zuschauern erlebt; nun wird eine Nachkriegs-Ordnung über ihre Köpfe hinweg entworfen. Deren erste Pfeiler: Eine dauerhafte Stationierung von Blauhelmen im Land und eine rasche Präsidenten-Wahl, noch im Staub des Krieges.

Mali: Interessen, Intrigen, Interventionen

Werner Ruf (26.03.2013), IMI-Analyse 2013/05, Quelle: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. – www.imi-online.de

Die ersten offiziellen Verhandlungen um die Unabhängigkeit Algeriens zwischen Frankreich und der algerischen Befreiungsfront FLN in Lugrin scheiterten 1961 an der Sahara-Frage: Da Frankreich Algerien als Teil seines Territorium betrachtete, hatte es Ende der 50er Jahre, noch bevor die afrikanischen Staaten unabhängig wurden, die Sahara zu Algerien geschlagen. Die FLN bestand auf der „Integrität des algerischen Territoriums“, während Frankreich eine gemeinsame „Organisation der Saharischen Ressourcen“ (OCRS) schaffen wollte, in der – unter französischer Führung – die Ausbeutung der saharischen Reichtümer organisiert werden sollte. Erst ein Jahr später, in den Verhandlungen von Evian, konnten die Algerier ihren Anspruch auf das riesige Gebiet durchsetzen.

Kriegsziel Restauration? Über Nationbuilding und Erneuerung in Mali

Von Charlotte Wiedemann, Studie für die Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin, März 2013

Von einer Reihe anderer afrikanischen Staaten hat sich Mali bisher durch ein starkes Nationalbewusstsein unterschieden und durch die geringe politische Bedeutung ethnischer Zugehörigkeiten. Das erneute Aufbrechen der Tuareg Frage sowie Übergriffe auf sogenannte „Hellhäutige“ im Zuge des Kriegsgeschehens haben deshalb viele Beobachter überrascht. Gehörte der interethnische Frieden womöglich ebenso zu einem Trugbild wie Malis vermeintliche Modell-Demokratie? Anders gefragt: Ist das Nation-Building aus der frühen Zeit nach der Unabhängigkeit heute noch tragfähig? Und in welchem Verhältnis stehen Aussöhnung und demokratische Erneuerung?

Das Symbol Kidal

Der Krieg in Mali ist noch längst nicht zu Ende. Frankreichs Allianz mit den Tuareg-Rebellen erschwert die nationale Versöhnung.

Von Charlotte Wiedemann. In: Die Zeit, 7. März 2013.

Es war voreilig, dem Krieg in Mali schon als Erfolg zu feiern. In Gao, der größten Stadt des Nordens, ist das Leben derzeit gefährlicher als vor der Befreiung: Heftige Gefechte mit zurückkehrenden Djihadisten, Selbstmordattentate, versteckte Minen. Weiter nördlich, in der von Tuareg bewohnten Wüsten?Region Kidal, hat der Krieg jetzt erst seine heiße Phase erreicht, mit schweren Kämpfen und Hunderten von Toten, vor allem auf Seiten der Islamisten.

Krieg in Mali

Wie Frankreich seine Vormachtstellung in Westafrika verteidigt. Standpunkte International 2/2013 von Afrique-Europe-Interact

Die Stellungnahme von Afrique-Europe-Interact zur französischen Militärintervention in Mali wurde mittlerweile auch von der Rosa-Luxemburg-Stifung als eigene Publikation in leicht veränderter Form veröffentlicht.

Während in hiesigen Debatten um die Militärintervention in Mali fast ausschließlich aus einer geostrategischen (Metropolen-) Perspektive argumentiert wird, bleiben die politischen Auseinandersetzungen innerhalb Malis beziehungsweise Westafrikas weitgehend unerwähnt. Dabei zielt die von Frankreich am 11. Januar 2013 begonnene Militärintervention nicht zuletzt darauf ab, Partei im innermalischen Konflikt zu ergreifen, um den demokratischen Aufbruch in Mali und eine basisdemokratische Selbstermächtigung in ganz Westafrika zu verhindern.

Drogenschleuse Westafrika

Das Kokain kommt aus Kolumbien, Peru oder Bolivien und wird via Guinea-Bissau, Mali oder Nigeria nach Europa transportiert. Am milliardenschweren Handel verdienen auch Mittelsmänner aus der Politik. Von Anne Frintz, in: Le Monde Diplomatique, 8. Februar 2013

Die Boeing 727 kam aus Venezuela und landete in Tarkint, in der Nähe von Gao im Nordosten Malis. Es müssen etwa 5 bis 9 Tonnen Kokain an Bord gewesen sein, die danach spurlos verschwanden. Als der Pilot nach der Entladung wieder starten wollte, geriet das Flugzeug in Brand. Später kam heraus, dass zumindest eine libanesische Familie und ein mauretanischer Geschäftsmann, der mit angolanischen Diamanten ein Vermögen gemacht hatte, zu den Auftraggebern gehörten. Das Ganze geschah vor über drei Jahren, im November 2009.

Mali im Fadenkreuz der Geopolitik Frankreich

Sahel-Abenteuer für Atomanlagen-Betreiber und auch Menschenrechte?

Von Werner Ruf, aus: neues deutschland, Samstag, 16. Februar 2013

Der Zerfall von Mali ist eine der Konsequenzen des vor allem von Frankreich betriebenen Krieges in Libyen. Die Afrika-Politik Muammar al-Gaddafis gefährdete jenes aus Korruption, Ausbeutung, Waffenhandel und Kriminalität bestehende neokoloniale System, das unter dem Namen Françafrique Eingang in die politikwissenschaftliche Literatur gefunden hat. Gaddafis Unterstützung für unterschiedliche Tuareg-Gruppen verfolgte das Ziel, in all jenen Staaten eine Mitsprache zu erreichen, in denen – wie auch in Libyen – neben Arabern berberische Tuareg (Singular Targi) leben: Algerien, Niger, Tschad, Burkina Faso. Diese Gruppen – zum Teil militärisch gut ausgebildet – wandten sich nach der Zerstörung der Staatlichkeit Libyens unter Mitnahme hochmoderner Waffen ihren Heimatregionen zu.

Der Mann, der die Wahrheit sagt

Der populäre Prediger Ousmane Madani Haidara und die Vielfalt des Islam in Mali

Von Charlotte Wiedemann, Le monde diplomatique, Februar 2013

Seine Stimme ist ungewöhnlich tief, dabei weich und melodisch. Auch wer Bamana, die Sprache der Bambara, nicht versteht, spürt die Kraft dieser Stimme und begreift, warum sie neben der religiösen auch eine kulturelle Botschaft trägt. Ousmane Madani Haidara spricht ohne französische Einsprengsel; Bamana ist die am weitesten verbreitete malische Nationalsprache, und Haidara spricht sie so rein und so reich, wie es nur noch wenige vermögen.

Rescuing Mali from Islamist militants

The eradication of reactionary political Islam from Mali is the unavoidable necessary condition for reconstruction of the country. But it is not sufficient. And as things stand, the current war will be long, costly and painful and its outcome remains uncertain. By Samir Amin, pambazuka, Issue 616 (2013-02-14).

I am one of those who out of principle condemn all military interventions by Western powers in the countries of the South, these interventions being by nature subject to the requirements of the deployment of control of the planet by the capital of the monopolies that dominate the system.

Stellungnahme von Afrique-Europe-Interact zur französischen Militärintervention in Mali (07.02.2013)

Immer wieder haben wir uns als Afrique-Europe-Interact in den letzten 9 Monaten zur dramatischen Mehrfachkrise in Mali zu Wort gemeldet, zuletzt mit einer taz-Beilage am 8. Dezember sowie seit Anfang Januar mit mehreren Pressemitteilungen und Spendenaufrufen anlässlich eines von der malischen Sektion von Afrique-Europe-Interact initiierten „Weißen Marsches“ in Mali. Vor diesem Hintergrund möchten wir heute zu einigen der seit der französischen Militärintervention grundlegend veränderten Rahmenbedingungen Stellung beziehen, unter anderem dazu, wie sich das politische Kräfteverhältnis in Mali durch die Präsenz internationaler Truppen verschieben dürfte (was wiederum auf die Frage verweist, weshalb es überhaupt zur Intervention gekommen ist).

What do the Touareg want?

Secular nationalist? Loyalist? Die-hard Islamist? - what are the currents of opinion among the Touareg of Northern Mali?

By Andy Morgan, first published in Al Jazeera English Online (4 February)

What do the Touareg want? Well, find me a person called ‘the Touareg’ and maybe he or she will tell us. You might as well find ‘the English’ or ‘the Japanese’ and ask them what they want while you’re at it. A nation or people rarely if ever think as one. In the case of the Touareg, difference and disharmony is exacerbated by their vast desert habitat and dispersed nomadic lifestyle, both of which tend to foster an allegiance to blood and tribe that is stronger than their attachment to nation or ideology and militate against collective thought or action.

Analysis: The dynamics of inter-communal violence in Mali

IRIN (a service of the UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs), 31 January 2013

Ethnic Tuaregs and Arabs in towns across central and northern Mali, including Gao and Timbuktu, have been fleeing into the desert or to neighbouring countries as their houses and shops are looted or they are hunted down on suspicion of being Islamist militants. Fears of inter-communal violence are spreading. Shops and houses owned by Tuaregs, Arabs or Mauritanians in Timbuktu have been looted since 28 January, according to local reports.

Notizen von einer Reise durch die malische Krise

Von Charlotte Wiedemann, in: WOZ, Zürich, Januar 2013

Es wird viel gelacht in Mali, immer noch. Auch die Musik ist noch da, hängt über den braunen Lehmstraßen der Quartiers von Bamako, dieser dörflichen Hauptstadt. Und jeder Sonntag ist Hochzeitstag, als sei die Zukunft ohne Schatten; die Frauen schwer herausgeputzt, ihre Gesichter nach der Mode so lange gepudert und geschminkt, bis sie chinesischen Masken ähneln. Bamako empfängt mit einem Gleichmut, der zugleich irritiert und beruhigt. In den Schlagzeilen der Weltpresse ist Mali ein Land geworden, das in Gewalt und Chaos versinkt. Vor dieser dröhnenden Kulisse wirkt das reale Mali erstaunlich still.

Doppelte Mission in Mali

Bernard Schmid, in: Telepolis, 20.01.2013

Warum Frankreich interventiert, warum dies nicht nur mit Rohstoffen zu tun hat und warum man damit eigene Ankündigungen über den Haufen geworfen hat

Frankreich hatte Monate lang angekündigt, als frühere Kolonialmacht in der Region sei es an letzter Stelle dazu geeignet, militärisch in Mali zu intervenieren. Nun hat es seine Position binnen kurzem radikal verändert, und am 11. Januar eine militärische Offensive in dem westafrikanischen Land begonnen. Dabei geht es nicht ausschließlich um Rohstoffvorkommen – diese Erklärung ist zu simpel -, sondern durchaus auch um politische Erwägungen zu den Destabilisierungs-Risiken in der Sahel-Region.

Mali: Das Kartenhaus der Demokratie

Von Charlotte Wiedemannk (»Blätter« 1/2013, Seite 25-28)

Seit dem Putsch einiger Offiziere im Frühjahr 2012 herrschen in Mali unklare politische Verhältnisse. In der Hauptstadt wird weiter um die Macht gekämpft – zuletzt zwangen Militärs Regierungschef Cheik Modibo Diarra zum Rücktritt –, während der Norden des Landes von dschihadistischen Gruppen beherrscht wird. Frankreich und die Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten drängen auf eine Militärintervention. Aber würde ein Krieg Mali helfen? Und was wollen die Malier selbst?

Koloniales Erbe: Stichworte zum Tuaregkonflikt in Mali

Von Afrique-Europe-Interact. Erstmalig veröffentlicht im Dezember 2012 in taz-Beilage Nr. 2 von Afrique-Europe-Interact

Seit militante Islamisten im Juni diesen Jahres die Macht im gesamten Norden Malis erobert haben, sitzt der Schock tief. Denn Salafismus und Fundamentalismus haben bislang im traditionell toleranten, stark von sufistischer Mystik geprägten Islam des westafrikanischen Landes so gut wie keine soziale Basis. Entsprechend groß ist unter der überwiegend muslimischen Bevölkerung der Wunsch, das mit skrupelloser Brutalität durchgesetzte Scharia-Joch baldmöglichst wieder abzuschütteln. Gleichwohl sollte hierzulande der seit der Unabhängigkeit 1960 ungelöste Konflikt zwischen Tuareg-Bevölkerung im Norden und Zentralregierung in Bamako nicht aus dem Blick geraten. Denn unstrittig ist, dass die Islamisten – unter ihnen die Al Qaida des Maghreb – ohne den Aufstand der zunächst mit ihnen verbündeten Tuareg-Rebellen nie ein Gebiet von der Größe Frankreichs unter ihre Kontrolle gebracht hätte.

Die Krise im Norden Malis: Aktuelle Lage, Ursachen, Akteure und politische Optionen

Von Barbara Rocksloh-Papendieck und Henner Papendieck, Dezember 2012 (Studie für die Friedrich-Ebert-Stiftung)

Eine Rebellion im Norden und ein Putsch im Süden haben den westafrikanischen Staat Mali innerhalb eines Vierteljahres (im Frühjahr 2012) von einer scheinbar stabilen Demokratie in einen neuen internationalen Krisenherd verwandelt. Die Sahara droht, sich in ein Operationsfeld des Terrorismus, islamischer Extremisten und der organisierten Drogenkriminalität zu verwandeln. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ist alarmiert und bereitet unter Führung der Afrikanischen Union sowie der westafrikanischen Gemeinschaft eine militärische Intervention vor. Deutschland hat Mali Unterstützung auch und vor allem im notwendigen politischen Prozess zugesagt.

Die Broschüre kann hier als PDF runtergeladen werden.

Henne oder Ei: Die EU-Aufstands- und Terrorbekämpfung im Sahel

Von Christoph Marischka – IMI: Informationsstelle Militarisierung, Analyse 2012/025

Die seit der Mitte Oktober 2012 verabschiedeten UN-Resolution 2071 schwelende Debatte um einen international und informell längst zugesagten Einsatz der Bundeswehr in Mali und die Notwendigkeit eines Mandates des Bundestags hierfür wurde am 17.11.2012 jäh durch die Meldung überlagert, dass die Bundesregierung die Entsendung von Bundeswehrsoldaten auch an die Grenze zwischen der Türkei und Syrien erwäge, falls ein entsprechendes Ersuchen um Unterstützung mit Patriot-Luftabwehrraketen von der Türkei an die NATO erginge. Ein solches Ersuchen wurde täglich erwartet und die Bundesregierung hatte bereits Zustimmung signalisiert, während Verteidigungsminister De Maiziere versicherte: „Der Bundestag kann sich darauf verlassen, dass wir ihn in der einen oder anderen Weise in die Entscheidungsfindung mit einbeziehen“.1

Die Krise in Mali (Studie - Dezember 2012)

Demokratie für wen? Krieg gegen wen? Die Rolle der Zivilgesellschaft, die Verursacher der Krise und die Bedeutung religiöser Akteure

Von Charlotte Wiedemann

INHALTSVERZEICHNIS:

1. Wo steht die Zivilgesellschaft im aktuellen Konflikt? 4
2. Der Blick auf die Schuldigen: Verhandeln mit wem, Krieg gegen wen? 9
3. Ist Malis Laizität bedroht? Die Rolle der Religion und der religiösen Akteure 15

„Wir sind da, wir stehen auf, wir gehen los.“

Soziale Bewegungen in Mali kämpfen um nicht weniger als die Macht

ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 578 / 21.12.2012

Anfang 2011 brach im Norden Malis ein Aufstand der Tuareg aus. Nach anfänglichen Erfolgen wurden die Tuareg im Juni von islamistischen Milizen besiegt, die ihrerseits ein brutales Scharia-Regime errichtet haben. Gleichzeitig ringen in Bamako alte Eliten und soziale Bewegungen um die Macht. Olaf Bernau sprach mit Ousamane Diarra aus Bamako über die aktuelle Dreifachkrise – beide sind bei Afrique-Europe-Interact aktiv.

Frauen in Mali, sagt NEIN zum Stellvertreterkrieg!

Stellungnahme anlässlich des UN-Beschlusses zu Mali (Ende November 2012)

Übersetzt von Coorditrad

“Der Fisch täuscht sich, wenn er glaubt, dass der Fischer ihn ernähren will”

“Wir wollen nicht mehr, dass keiner weiß, dass wir unter unseren bunten Kopftüchern nicht nur die ungezähmten Schlangen unserer schwarzen oder weißen Haarflechten, sondern auch Gedanken mit flinker Geste verschwinden lassen.”

Aus der dramatischen Lage Malis geht eine furchtbare Realität hervor, die in anderen Konfliktländern bestätigt wird: die Instrumentalisierung der Gewalttätigkeiten gegen Frauen zur Rechtfertigung der Einmischung und der aus Gier auf die Reichtümer ihrer Heimatländer geführten Kriege. Das müssen die afrikanischen Frauen wissen – und weitergeben.

Mali: Eine globale Krise

Von Paul Martial/izindaba (November 2012)

Vorbemerkung/izindaba: Die Situation in Mali bleibt angespannt. Faktisch ist das Land derzeit zweigeteilt. Den weiträumigen Norden beherrschen verschiedene islamistische Gruppen, die mittels ihrer militärischen Macht der noch verbliebenen Bevölkerung ein Leben gemäß der Sharia aufdrücken wollen. Im Süden Malis haben sich die Putschisten um Hauptmann Sanogo und das Übergangsregime um Traoré soweit angenähert, dass sie sich gegenseitig als Repräsentanten der in der Bevölkerung vorhandenen Grundstimmung akzeptieren und über einen möglichen Umgang mit der Invasion im Norden austauschen.

MALI: Vor der Truppenlandung?

Bernard Schmid, Kurzfassung in Jungle World erschienen: Jungle World Nr. 40, 4. Oktober 2012

Ein militärisches Eingreifen mit westafrikanischen Truppen unter französischer Anleitung scheint dicht bevorzustehen: Es wird ernst. Die Djihadisten dürften aus der Nordhälfte des Landes vertrieben werden. Aber auch andere Fragen stehen bei der möglichen Intervention auf dem Spiel, unter ihnen die Sicherung der Positionen der alten Oligarchie durch die Nachbarregime Malis…

Organized crime and conflict in the sahel-sahara region

Von Wolfram Lacher (The Carnegie Papers: September 2012)

For the past decade, increasing instability in the Sahel and Sahara region has been a source of growing concern in Europe and the United States. Western governments have worried that the weakness of state control in the area would allow al-Qaeda in the Islamist Maghreb (AQIM) and other jihadist organizations to expand their influence and establish safe havens in areas outside government control. Such fears appear to have been vindicated by the recent take over of northern Mali by AQIM and organizations closely associated with it.

human rights watch-Report: Mali: Islamist Armed Groups Spread Fear in North [1]

Treat Population Humanely; Release Child Soldiers; End Attacks on Religious Shrines: September 25, 2012. Gelayoutet kann der Bericht hier runtergeladen werden

(Nairobi) – Three Islamist armed groups controlling northern Mali [2] have committed serious abuses against the local population while enforcing their interpretation of Sharia, or Islamic law, Human Rights Watch said today. Human Rights Watch in recent weeks has interviewed some one hundred witnesses who have fled the region or remain there.

Gelähmt und gespalten

Mali zahlt einen hohen Preis für alte Versäumnisse

Von Jacques Delcroze, in: Le Monde diplomatique Nr. 9905 vom 14.9.2012

Seit dem 27. Juni wird der Norden Malis von radikalislamischen Gruppierungen kontrolliert. Nach der Einnahme der Region Kidal und der Städte Gao und Timbuktu beherrschen sie insgesamt knapp zwei Drittel des Staatsgebiets. Die Salafisten regieren hier mit Zuckerbrot und Peitsche. Einerseits drangsalieren sie die Bevölkerung im Namen Allahs, andererseits unterstützen sie mittellose Familien (sofern diese noch nicht geflüchtet sind). Und weil sie Geld und Hilfe verteilen, fällt es ihnen nicht schwer, unter den jungen perspektivlosen Arbeitslosen Nachwuchs zu rekrutieren. In Gao geben sie Treibstoff und Nahrungsmittel zum Einkaufspreis aus, beliefern die Krankenhäuser mit Medikamenten und bezahlen ihre Informanten.

Einsturz der Fassaden

Steht Mali nach dem Putsch an einem historischen Scheidepunkt?

Von Charlotte Wiedemann, in: ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 574 / 17.8.2012

Kann ein Land binnen kurzem von einer gepriesenen Demokratie zum failed state werden? Oder ist schon die Frage falsch gestellt? Der Blick auf Mali und seine Krise wird von einem Dickicht falscher Annahmen verstellt. Wer auf einer Karte die bizarre Silhouette des Landes sieht, mag glauben, es handele sich ohnehin um ein künstliches Gebilde, immer schon zweigeteilt, wo nun auseinanderbreche, was noch nie zusammengehörte. Tatsächlich zählte Mali jedoch zu den wenigen großen Reichen der afrikanischen Geschichte; der heutige nachkoloniale Staat bedeckt nur einen Teil des einstigen Territoriums.

Dramatische Entwicklungen in MALI: Nord-Süd-Spaltung des Landes

Islamisten trennen sich von Tuareg-Rebellen und terrorisieren Bevölkerung, Militärintervention steht möglicherweise dicht bevor

Bernard Schmidt (eine Kurzversion des Artikels ist in der jungle world 30/2012 erschienen)

Die einen gingen mit Sprengstoff vor, die anderen mit der Spitzhacke. Die Vorgänge in Tombouctou – oder in einer altmodischen deutschen Schreibweise: Timbuktu – im Norden des Sahelstaats Mali in den letzten Wochen erinnern an die Sprengung der Buddha-Statuen von Bamyian durch die afghanischen Taliban im März 2001. Im Norden von Mali dagegen geht es um Mausoleen, Gedenkstätte für Heilige, die sich im Stadtgebiet oder auf dem Gelände von Moscheen befinden. In den Augen radikaler Islamisten und Djihadisten handelt es sich um Teufelswerk, da es sich ihrer Auslegung religiöser Ge- und Verbote zufolge um „Götzenverehrung“ handelt, sich mittels einer Person statt direkt „an Gott zu wenden“.

Hintergrundinformationen zum Konflikt zwischen Tuaregs und Nicht-Tuaregs – insbesondere seit den 1990er Jahren

Quelle: GTZ-Programm, www.programm-mali-nord.de

Unter der Tuareg-Rebellion ist die Ende der achtziger Jahre ausbrechende Rebellion gegen die malische Staatsgewalt zu verstehen. Es waren vor allem aus Libyen zurückkehrende frühere Angehörige der islamischen Legion, die sie anzettelten. Die bittere Armut infolge der beiden großen Sahel-Dürren der siebziger und der achtziger Jahre, der daraus folgende Verlust des eigenen Lebensraums, die Enttäuschung über in Aussicht gestellte, oft wirkungslos verpuffte Entwicklungsprojekte, über die individuellen Chancen – und die kollektive Perspektivlosigkeit, über Militärherrschaft, Kolonisierung aus dem Süden und mangelnde Teilhabe an der Macht entluden sich in bewaffneten Überfällen auf die Symbole des Staates: auf die Verwaltungsbüros der Kreisstädte und der Gemeinden, auf die Gendarmerieposten, Gerichte und Finanzkassen.

Kampf um die Wüste

Die Lage nach dem Putsch in Mali

Bernard Schmid (eine gekürzte Version des Textes ist in der Jungle World 16/2012 erschienen)

Ein Armeeputsch gegen einen Präsidenten, der noch genau einen Monat bis zum Wahltermin im Amt gewesen wäre. Eine Militärregierung, die ihrerseits insgesamt drei Wochen an der Macht bleibt. Eine Front, die während dieser Zeitspanne zusammenbricht. Eine Teilung des Landes in zwei ungefähr gleich großen Hälften. Und im Anschluss eine Übergabe der Macht an einen zivilen „Übergangspräsidenten“, der nun seit dem 12. April die Krise verwalten und das Eingebrockte auslöffeln darf.

The Causes of the Uprising in Northern Mali

The Tuareg rebels' recent attacks represent a fourth roll of the Kel Tamasheq dice

Andy Morgan

“Long live Azawad!” “May Allah bless Mali!”
Through December and early January, the tone of the exchanges on various Tuareg chat forums was expectant, frustrated, even desultory at times. Everybody knew something big was about to happen. They had known for some time already. But when exactly? The wait was excruciating. Then, on the morning of Tuesday, January 17, 2012, a new Tuareg rebel group, the National Movement for the Liberation of Azawad (MNLA) attacked the town of Menaka in the north east of Mali.

Crisis in Mali: fundamentalism, women's rights and cultural resistance

Pambazuka News – Issue 581: In conversation with Jessica Horn, a leading Malian women’s rights activist (name supplied but withheld on request) identifies the roots of the crisis in Mali, and the opportunistic use of the crisis by Malian and international Islamic fundamentalists to gain a popular foothold in the north of the country.

The Malian crisis seen from Algeria

Thomas Serres, in: Pambazuka News – Issue 582: Algeria is a key player in the Sahel, perhaps now more than ever. The crises in Libya and Mali will likely bolster the geopolitical rent that has benefited the Algerian regime since 11 September 2001.

Der Ruf nach gleichen Rechten wird lauter

In Westafrika lebt die Sklaverei fort, obwohl sie formal abgeschafft ist

Roger Botte

In mehreren westafrikanischen Staaten wird noch immer ein Teil der Bevölkerung wie Sklaven behandelt – vor allem in Mauretanien. Zwar stehen ihnen theoretisch die Bürgerrechte zu, doch sie können diese praktisch kaum einklagen. Manche betrachten sich selbst als Sklaven, weil sie die Auflehnung gegen diesen Status als Verstoß gegen die Gebote des Islam ansehen. Andere aber haben sich zusammengeschlossen, um gegen die Diskriminierung zu kämpfen. Ihre Bewegungen sind Teil des Kampfes für Demokratie und Menschenrechte.