Für Bewegungsfreiheit & selbstbestimmte Entwicklung!

"Weil ich nicht vor und nicht zurück konnte..."

Bericht einer Migrantin, die auf dem Meer ihre Zwillinge verloren hat (2015)

Vorbemerkung: Folgender Text basiert auf einem mündlichen Bericht, den eine aus dem Kamerun stammende Frau während eines Treffens von Afrique-Europe-Interact gemacht hat. Beschrieben wird die oftmals ausweglose Lebenssituation in Marokko und wie das dazu führt, dass viele Migrantinnen keine andere Möglichkeit sehen, als die gefährliche Bootsüberfahrt nach Europa zu wagen. Der Bericht ist den Zwillingen der Berichterstatterin gewidmet, die im Dezember 2014 im Mittelmeer ums Leben gekommen sind.

"Das schwarze Afrika muss aufwachen!"

Interview zur sozialen und rechtlichen Situation von Migrantinnen in Marokko (2013)

Vorbemerkung. Das hier dokumentierte Interview wurde am 6. Dezember 2013 in Rabat mit einer schwarzen Aktivistin der Frauenorganisation “La Voix des Femmes“ geführt, die sich in Marokko für die Rechte von migrantischen Frauen einsetzt. Zum damaligen Zeitpunkt stand eine Legalisierung irregulärer Migrant_innen in Marokko kurz bevor, von der mittlerweile ungefähr 7.000 Menschen profitiert haben (Stand: März 2015). Laut aktueller Einschätzungen hat die Legalisierung allenfalls punktuell zur Verbesserung der Lebenssituation der Nutznießer_innen beigetragen – ganz davon abgesehen, dass es unverändert tausende Migrant_innen gibt, die keine Papiere haben, auch weil sie gerade erst angekommen sind. Die zum Teil sehr diskreten Formulierungen der Interviewten verweisen auf die prekäre Sicherheitslage in der marokkanischen Monarchie.

"Wir haben das Recht zu leben"

Eine persönliche Rede zur männlichen Gewalt gegen Frauen auf der Flucht (2005)

Vorbemerkung: Die hier abgedruckte Rede einer aus dem Kongo stammenden und schon lange in Marokko lebenden Frau hat Emmanuel Mbolela in seinem Buch “Zwischen Widerstand, Flucht und Exil. Mein Weg von Kongo nach Europa” dokumentiert. In ihr beschreibt Astrid, die zusammen mit Emmanuel eine der ersten selbstorganisierten Flüchtlingsorganisationen in Marokko gegründet hat, ihre eigene Fluchtgeschichte, insbesondere die unterschiedlichen Formen von Gewalt und Ausbeutung, mit denen sich Frauen auf der Flucht immer wieder konfrontiert sehen. Für einige jener Einzelspenderinnen, die den Start des Rasthausprojekts mit einem größeren Geldbetrag überhaupt erst ermöglicht haben, war die Geschichte von Astrid gleichsam eine Schlüsselszene in Emmanuels Mbolelas Buch.