Rasthaus-ABC: Zur Organisation und Verwaltung des Rasthauses in Rabat

Anfang Februar 2015 hat Afrique-Europe-Interact eine erste Rasthaus-Wohnung in Rabat angemietet – der Hauptstadt Marokkos im Westen des Landes. Die Wohnung befindet sich in einem dreistöckigen Mietshaus. Es gibt keinerlei Hinweisschilder auf Afrique-Europe-Interact oder das Rasthaus, der Besitzer wohnt ebenfalls nicht vor Ort. Beides ist aus Sicherheitsgründen unabdingbar, denn immer wieder führt die Polizei Razzien bei Flüchtlingen und Migrant_innen ohne offiziellen Aufenthaltstitel durch, zudem nutzen Wohnungsbesitzer_innen deren prekäre Situation häufig dazu aus, um auf die eine oder andere Weise erpresserischen Druck auszuüben.

Vor den Toren der Festung Europa

Zu den politischen Hintergründen des Rasthaus-Projektes

Seit Jahren lässt die EU nichts unversucht, ihre Außengrenzen gegen Flüchtlinge und Migrant_innen immer stärker abzuschotten. Hierdurch ist das Mittelmeer mittlerweile zu einem riesigen Friedhof geworden – und dies einzig deshalb, weil Flüchtlingen und MigrantInnen systematisch die Möglichkeit verwehrt wird, auf den täglich über das Mittelmeer pendelnden Fähren sicher und kostengünstig nach Europa zu gelangen. Doch selbst auf dem afrikanischen Kontinent sind die Auswirkungen der europäischen Abschottungspolitik auf dramatische Weise spürbar. So werden Flüchtlinge und Migrant_innen in der Sahara im Auftrag der EU abgefangen, in Internierungslager gesperrt und Richtung Süden abgeschoben – teils über den Landweg nach Mauretanien, Mali oder Niger, teils per Charterflug nach Nigeria oder in andere aufnahmebereite Länder Westafrikas.