Für Bewegungsfreiheit & selbstbestimmte Entwicklung!

„Zeit, sich zu erheben“

Skype-Debatte zur aktuellen Situation in Togo, erstmalig veröffentlicht im Dezember 2014 in der Zeitung Nr. 5 von Afrique-Europe-Interact

Adjovi kommt ursprünglich aus Togo und ist heute im europäischen Flügel von Afrique-Europe-Interact aktiv. Per Skype hat sie sich mit Raz von der Assoziation der Abgeschobenen Togos (ATE) über die Massenproteste der letzten zwei Jahre in Togo ausgetauscht. Die ATE ist bereits seit 2011 Mitglied unseres Netzwerks.

Adjovi: Wie schätzt du die aktuelle politische Lage in Togo ein? Gibt es Hoffnung auf einen Wandel in Togo?

Zak: Im Moment ist die Situation etwas unübersichtlich. Es gibt verschiedenste Meinungen, gleichzeitig hörte ich direkt nach den Ereignissen in Burkina Faso von vielen TogoerInnen, dass jetzt auch für uns die Zeit gekommen sei, sich zu erheben.

Am Abgrund: EU verharmlost massive Repression in Togo

Dezember 2013, erstmalig veröffentlicht in der Ausgabe Nr. 4 der Zeitung von Afrique-Europe-Interact

Togo in den frühen 1990er Jahren: In allen Teilen des Landes erheben sich Menschen gegen die seit über 20 Jahren herrschende Diktatur unter dem Präsidenten Gnassingbé Eyadéma. Es geht um Demokratisierung, um politische Freiheit. Aber auch darum, dass sich für viele Menschen in Togo und in Westafrika die Lebensbedingungen in diesen Jahren drastisch verschlechtern: Infrastruktur wie die staatliche Eisenbahn wird kaputt privatisiert, wodurch zahlreiche Jobs im öffentlichen Sektor verloren gehen. Die seitens der EU erzwungene Abwertung der Regionalwährung Franc CFA um 50 Prozent verschärft den wirtschaftlichen Niedergang und treibt die Preise nach oben. Zwar wird “Demokratisierung” – verstanden als Multi-Parteien-System nach westlichem Vorbild – von den Regierungen Europas und Nordamerikas für Togo und andere Diktaturen in Afrika gefordert, doch außer der temporären Aussetzung von Entwicklungshilfekrediten werden die sozialen Bewegungen kaum unterstützt.