Für Bewegungsfreiheit & selbstbestimmte Entwicklung!

Entwicklungshilfe für kapitalistische Aneignung

Die zwei Geschichten der Economic Partnership Agreements

Die Welthandelsorganisation (WTO) steckt fest. Rivalitäten zwischen den USA und der Europäischen Union, Interessen der wirtschaftlich aufstrebenden Staaten wie Indien oder Brasilien, aber auch Koalitionen von ärmeren Entwicklungsländern blockieren sie. Parallel dazu geriet die WTO durch Proteste, angefangen in Seattle, in eine öffentliche Legitimationskrise. Doch ist damit das Projekt der weltweiten Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung ebenfalls ins Stocken geraten? Mitnichten.

Stop EPAs - ein großes WSF-Thema

Die EU will mit neuen Abkommen ihre Stellung auszubauen

Von Annette Groth und Günter Rath

Auf dem deutschen attac-Seminar zu den EPAs forderte Maltide Mwamini, resolute Direktorin eines kirchlichen Ausbildungszentrums für Frauen in Bukavu, der kongolesischen Grenzstadt zu Ruanda, eine kontinental angelegte Aufklärungskampagne über die EPAs. Ginge es nach Maltide, müssten die afrikanischen NGOs und Kirchen, aber auch die Regierungen, verstärkt über die negativen Auswirkungen der EPAs aufklären und zum breiten Widerstand aufrufen. Denn wie alle Studien zeigen, werden die EPAs große negative Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft der AKP-Staaten haben.

EU beharrt auf Freihandel

Interimsverträge verhindern endgültiges Scheitern der Wirtschaftsabkommen

Von Haidy Damm/Medienkombinat Berlin

Lange Zeit sah es aus, als würden die AKP-Staaten ihr klares “Nein” zu den Wirtschaftsabkommen (EPA) mit der EU durchhalten. Zum Jahresende wurde der Druck jedoch für einige Länder zu groß. Zwar haben nur die Karibischen Staaten ein komplettes EPA-Abkommen unterzeichnet, aber Länder wie Ghana und die Côte d'Ivoire sowie zahlreiche süd- und ostafrikanische Länder setzten ihre Unterschrift unter sogenannte Interimsabkommen.

Afrika sagt Nein

Von Ignacio Ramonet

So ist nun doch, zur Entrüstung des arroganten Europa, das Unvorstellbare eingetreten: In einer Aufwallung von Stolz und Empörung hat Afrika, von dem manche Unterwürfigkeit aus schierer Armut erwartet hatten, einfach Nein gesagt. Nein zur Zwangsjacke der regionalen Economic Partnership Agreements (EPA). Nein zur ungezähmten Liberalisierung des Handels mit Waren und Dienstleistungen. Nein zu diesen letzten Instrumenten kolonialer Knebelung.

Stop Epa-Kampagne-Newsletter 09/2010 als pdf

Mit der 14. Ausgabe dieses Newsletters möchten wir Sie über aktuelle Entwicklungen in den
einzelnen Regionen und über die Aktionen der Stop-EPA Kampagne informieren.