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19. März 2016 | Korruption im KFW-Bewässerungsprojekt Siengo Extension in Mali

Herrn
Staatssekretär Thomas Silberhorn
Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung
Dahlmannstr. 4
53113 Bonn

Sehr geehrter Herr Silberhorn,

wir möchten uns heute erneut wegen des Bewässerungsprojekts “Siengo Extension” in Mali an Sie wenden – auch um auf ihren diesbezüglichen Brief vom 19.06.2015 zu reagieren (1). Denn weiterhin spricht vieles dafür, dass es bei der Verteilung des von der KfW neu zur Verfügung gestellten Landes im Bewässerungsgebiet Siengo Extension zu massiver Korruption gekommen ist (2). Zudem wurde uns berichtet, dass sich derzeit auch jene Bauern und Bäuerinnen mit einem gravierenden Problem konfrontiert sehen, die im Rahmen des KfW-Projekts Land erhalten haben. Danach hat das Office du Niger etlichen von ihnen für die Saison 2015/2016 stark überhöhte Wasserrechnungen ausgestellt, d.h. die auf den Wasserrechnungen eingetragenen Flächen entsprechen nicht den ihnen tatsächlich überlassenen Flächen.

Dezember 2015 | Mikro-Landraub: Korruption bei KfW-Bewässerungsprojekt

Der Artikel ist zum ersten Mal in einer taz-Beilage von Afrique-Europe-Interact im Dezember 2015 erschienen.

Bereits seit langem engagiert sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in der kleinbäuerlichen Bewässerungslandwirtschaft. Die hiermit verknüpften Errungenschaften sind unstrittig. Umso ernüchternder ist der Umstand, dass es immer wieder zu Korruptionsfällen kommt, die nicht zuletzt zu Lasten kleinbäuerlicher Produzent_innen gehen. So geschehen bei einem von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durchgeführten Bewässerungsprojekt in Siengo Extension, einem Dorfverbund in Mali, in dem auch mehrere bäuerliche Mitglieder von Afrique-Europe-Interact leben.

Siengo Extension gehört zum Office du Niger, einer äußerst fruchtbaren Region 270 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako. Vier der fünf Dörfer, aus denen sich Siengo Extension zusammensetzt, wurden in den Jahren 2013 und 2014 umgesiedelt. Geplant war, dass sämtliche der bereits in den alten Dörfern registrierten Haushalte je nach Größe 2 bis 3 Hektar Land erhalten sollten. Und zwar solches Land, das im Rahmen des KfW-Bewässerungsprojekts neu an das vom Niger-Wasser gespeiste Kanalsystem des Office du Niger angeschlossen worden war. Doch hierzu ist es nicht gekommen: