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Lomé unter Wasser: Erneute Überschwemmungen verschärfen Streit über politische Verantwortung

Die schweren Überschwemmungen in Lomé Ende Juni 2026 haben erneut die chronische Verwundbarkeit der togolesischen Hauptstadt während der Regenzeit sichtbar gemacht. Nach außergewöhnlich starken Niederschlägen in der Nacht vom 28. auf den 29. Juni standen weite Teile der Stadt unter Wasser, mindestens fünf Menschen kamen ums Leben. Während die betroffene Bevölkerung angesichts überlasteter Rückhaltebecken um Hilfe ringt, hat die Katastrophe die politische Auseinandersetzung über die städtische Entwässerungspolitik zwischen Regierung und Opposition erneut verschärft.

Die Folgen der Überschwemmungen waren in weiten Teilen der Stadt dramatisch. Hauptverkehrsadern standen unter Wasser, Häuser wurden überflutet und teilweise zum Einsturz gebracht, der Verkehr kam vollständig zum Erliegen, Menschen waren ohne Unterkunft. Besonders betroffen waren traditionell gefährdete Stadtteile wie Tokoin, Nyékonakpoè, Gbadago, Bè und Agoè sowie Gebiete entlang des Boulevard Eyadema. Über soziale Netzwerke verbreitete Bilder zeigten, wie das Wasser in einigen Stadtteilen mehr als die Hälfte der Gebäudehöhe erreichte und die Bewohner:innen überraschte. Mehrere Rückhaltebecken, die eigentlich das abfließende Regenwasser aufnehmen sollen, waren rasch überlastet und liefen über, was die Überschwemmungen weiter verschärfte.

In den sozialen Netzwerken entwickelte sich die Katastrophe rasch zu einer politischen Auseinandersetzung über die Verantwortung für die wiederkehrenden Überschwemmungen. Vertreter*innen der Opposition kritisieren ein mangelndes politisches Engagement und eine unzureichende Kontrolle bei der Umsetzung von Infrastrukturprojekten, die die Folgen der Überschwemmungen für die Bevölkerung mindern sollen. Zudem kritisieren sie den Umgang mit öffentlichen Geldern. Andere Beobachter:innen richten den Blick auf bestehende Strukturen der Entwässerung. Vor allem die Rückhaltebecken seien angesichts der zunehmenden Versiegelung der Böden lediglich unzureichende und falsch dimensionierte Behelfslösungen.

Die Regierung verweist dagegen auf die außergewöhnliche Intensität der Niederschläge, von denen auch andere Hauptstädte der Region wie Abidjan und Accra schwer getroffen wurden, und den globalen Klimawandel. Die zuständigen Behörden, darunter die Nationale Agentur für Zivilschutz (ANPC), betonen, dass Rettungsdienste und Feuerwehr rund um die Uhr im Einsatz waren, um Wasser abzupumpen und eingeschlossene Familien zu unterstützen. Zugleich wirft die Regierung der Opposition vor, die Naturkatastrophe zur politischen Destabilisierung zu instrumentalisieren. Sie ruft zu nationaler Solidarität und zur Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen auf, etwa dazu, Kinder von stehenden Gewässern fernzuhalten, die schwere epidemische Krankheiten übertragen können.

Während für die kommenden Tage weitere Niederschläge angekündigt sind, erwarten die bereits völlig erschöpften Betroffenen mit Sorge den Rückgang des Wassers. Zwischen der akuten humanitären Notlage und dem politischen Streit über die Verantwortlichkeiten wachsen Unsicherheit und Verzweiflung.