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April 2026

In der April-Ausgabe des Togo Newsletters von Afrique-Europe-Interact blicken wir auf die anhaltenden Kontroversen um die Einführung der Fünften Republik, die Einschränkung oppositioneller Abgeordneter in Nordtogo sowie die Diskrepanz zwischen rechtlichen Reformen und den Lebensrealitäten vieler Frauen. Die drei Beiträge zeigen unterschiedliche Facetten derselben Entwicklung: Während politische Macht zunehmend konzentriert wird, bleiben zentrale Fragen demokratischer Teilhabe und sozialer Gerechtigkeit weiterhin umkämpft.

Togos Fünfte Republik bleibt umstritten

Im März 2024 verabschiedete das togoische Parlament in einer Nacht-und-Nebel-Aktion eine neue Verfassung. Die Reform markiert einen grundlegenden Umbau des politischen Systems hin zur sogenannten Fünften Republik. Im Zentrum steht das neu geschaffene Amt eines „Präsidenten des Ministerrats“, das die eigentliche Exekutivgewalt ausübt, während das Präsidentenamt – ähnlich dem deutschen Bundespräsidenten – weitgehend auf repräsentative Funktionen reduziert wird. In dieser Funktion kann Faure Gnassingbé faktisch unbegrenzt an der Macht bleiben.

Wird Nordtogo zur Sperrzone für die Opposition?

Die Oppositionsabgeordnete Brigitte Kafui Adjamagbo-Johnson besuchte am 19. März 2026 Dapaong in der Region Savanes. Ziel der Reise war es, die Bevölkerung über die Arbeit der Nationalversammlung zu informieren und die parlamentarische Kontrolle staatlichen Handelns vor Ort wahrzunehmen. Der Besuch nahm jedoch rasch eine andere Wendung. Nach Angaben der Abgeordneten wurde ihre Delegation am 20. März durch administrative und sicherheitsbezogene Einschränkungen an der Durchführung geplanter Treffen gehindert. Zudem sei ihr der Zugang zu bestimmten Projektstandorten verweigert worden, bevor sie unter Begleitung der Sicherheitskräfte die Region verlassen musste.

Weltbank-Bericht zu Togo: Fortschritt auf dem Papier, Stillstand im Alltag

Der Bericht Women, Business and the Law 2026 der Weltbank hebt Togo auf den zweiten Platz in Afrika bei rechtlichen Reformen zur Gleichstellung der Geschlechter. Während dieser Erfolg von Regierung und internationalen Partnern demonstrativ gefeiert wird, ist wenige Kilometer entfernt ein völlig anderer Befund zu beobachten: Auf Märkten und in ländlichen Regionen steht das, was der Bericht ausweist, in einem grundlegenden Widerspruch zur Lebensrealität vieler Frauen. Was auf dem Papier als Fortschritt erscheint, bleibt im Alltag vielfach wirkungslos.