Wird Nordtogo zur Sperrzone für die Opposition?
Die Oppositionsabgeordnete Brigitte Kafui Adjamagbo-Johnson besuchte am 19. März 2026 Dapaong in der Region Savanes. Ziel der Reise war es, die Bevölkerung über die Arbeit der Nationalversammlung zu informieren und die parlamentarische Kontrolle staatlichen Handelns vor Ort wahrzunehmen. Der Besuch nahm jedoch rasch eine andere Wendung. Nach Angaben der Abgeordneten wurde ihre Delegation am 20. März durch administrative und sicherheitsbezogene Einschränkungen an der Durchführung geplanter Treffen gehindert. Zudem sei ihr der Zugang zu bestimmten Projektstandorten verweigert worden, bevor sie unter Begleitung der Sicherheitskräfte die Region verlassen musste.
Der Vorfall reiht sich in eine längere Serie von Spannungen um politische Aktivitäten der Opposition im Norden Togos ein. Während die Behörden Einschränkungen regelmäßig mit der Sicherheitslage und der Terrorismusgefahr begründen, wertet die Opposition dies als Versuch, die Region politisch abzuschirmen. Als Beleg verweist sie darauf, dass die UNIR-Abgeordnete Stella Dadieba Bagnah-Gamon wenige Tage zuvor ohne Einschränkungen Termine in Dapaong wahrnehmen konnte. Auch die Durchführung des Nationalen Sporttags am 28. März mit großer öffentlicher Beteiligung nährt Zweifel an einer gleichmäßigen Anwendung der Sicherheitsauflagen. „Ist es für eine Abgeordnete mittlerweile illegal, mit ihren Wähler*innen im Norden des Landes zu sprechen?“, fragen Kritiker*innen.
Der Vorfall wirft grundlegende Fragen zur demokratischen Praxis in Togo auf. Die Behinderung parlamentarischer Arbeit beeinträchtigt nicht nur die Kontrollfunktion der Nationalversammlung, sondern erschwert auch den direkten Austausch zwischen gewählten Vertreterinnen und der Bevölkerung. In einer Region, die von erheblichen Sicherheitsproblemen betroffen ist, wiegt dies besonders schwer. Kritiker*innen warnen zudem, dass solche Einschränkungen das politische Klima weiter verschärfen und den Eindruck einer Demokratie mit zweierlei Maß verstärken.



